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Ihr Gaspreis – was steckt dahinter?

Erd- und Biogas gelangen zuverlässig über ein komplexes Pipelinenetz direkt zu Ihnen nach Hause. Die Beschaffung erfolgt an den internationalen Energiemärkten und ist von globalen wirtschaftlichen sowie geopolitischen Faktoren geprägt.

Da der Gasbedarf stark von den Aussentemperaturen und der Saison abhängt, passt die IBL die Preise quartalsweise an. Erfahren Sie hier, wie sich Ihr Gaspreis aus den drei Hauptkomponenten zusammensetzt und welche Faktoren die Preisbildung beeinflussen.

Der Gaspreis besteht aus drei Teilen. Nicht alle davon liegen in den Händen der IBL.

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Energie

Dieser Teil umfasst die physische Bereitstellung von Erd- und Biogas. Da die Nachfrage stark saisonal ist und vor allem in den kalten Wintermonaten steigt, beschafft die IBL die Gasmengen strukturiert und im Voraus. Die Tarife werden vierteljährlich überprüft, mit dem Ziel, Preisänderungen möglichst selten vorzunehmen und Planungssicherheit zu bieten.

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Netznutzung

Dieser Teil umfasst den zuverlässigen Transport des Gases durch das bestehende Rohrleitungsnetz bis zu Ihrem Hausanschluss. Im Rahmen des langfristigen Gasausstiegs investiert die IBL nicht mehr in den Ausbau der Infrastruktur, sondern in Sicherheit, Instandhaltung und den zuverlässigen Betrieb der bestehenden Leitungen. Die Tarife dafür werden nach dem Branchenstandard NEMO berechnet.

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Abgaben

Dieser Teil umfasst gesetzlich vorgeschriebene Steuern, Abgaben und Gebühren, auf die die IBL keinen Einfluss hat. Dazu gehören die CO₂-Abgabe des Bundes als Lenkungsinstrument für den Klimaschutz, die lokale Abgabe für die Nutzung von öffentlichem Grund und Boden sowie die Mehrwertsteuer. Die IBL leitet diese Beträge vollständig weiter, ohne Abzug oder Aufschlag, an Bund und Gemeinde.

 

Gut zu wissen: Preisüberwachung und Branchenstandard

Im Gegensatz zum Strommarkt gibt es im Gasmarkt keine präventive Tarifprüfung durch die ElCom. Stattdessen unterliegen die Gaspreise der nachträglichen Missbrauchskontrolle durch den eidgenössischen Preisüberwacher (PUE). Als Fundament für eine transparente und faire Preisgestaltung wendet die IBL das standardisierte Netzentgeltmodell NEMO der Schweizer Gasbranche an, welches auch den Aufsichtsbehörden als offizieller Kontroll- und Prüfmassstab dient.

Zudem meldet die IBL die aktuellen Gaspreise dem Preisüberwacher, welcher diese jeweils auf der Gaspreisvergleichs-Webseite des Preisüberwachers publiziert.

Ihr Gaspreis – die Besonderheiten

Gas ist nicht gleich Strom. Diese Dinge unterscheiden den Gaspreis grundlegend:

 

Quartalspreise statt Jahrespreise

Im Gegensatz zum Strommarkt, bei dem die Preise für ein ganzes Kalenderjahr festgelegt werden, können die Gastarife grundsätzlich quartalsweise überprüft und bei Bedarf angepasst werden. Die IBL verfolgt jedoch das Ziel, Preisänderungen möglichst zu vermeiden und ihren Kundinnen und Kunden eine verlässliche Planung zu ermöglichen. Deshalb werden die Preise für das Folgejahr indikativ im Voraus veröffentlicht und die Preise nach Möglichkeit stabil gehalten.

 

Dabei gilt es zu beachten: Der tatsächliche Gasabsatz und damit auch die Heizkosten hängen beim Winterverbrauch sehr stark von den herrschenden Aussentemperaturen ab. Die quartalsweise Preisgestaltung erlaubt es der IBL, flexibel und fair auf diese unvorhersehbaren, temperaturabhängigen Bedarfsschwankungen sowie auf Marktveränderungen zu reagieren. Sinkende Marktpreise können auf diese Weise ausserdem viel schneller an Sie weitergegeben werden.

 

Beim Gas gibt es drei Preisbestandteile

Damit die Kosten für die physische Energie und die Netzinfrastruktur fair und verursachergerecht verteilt werden, setzt sich der Tarif aus drei Elementen zusammen:

 

1 Arbeitspreis (Rp. / kWh):

Dies ist die verbrauchsabhängige Komponente. Sie bezahlen exakt nur für die Energiemenge (Kilowattstunden), die Sie tatsächlich verbrauchen (z. B. für das Heizen oder Warmwasser).

 

2 Leistungspreis (CHF / kW / Monat)

Dies ist die Bereitstellungsgebühr. Sie deckt die Kosten dafür, dass die IBL die maximale Heizleistung Ihrer Anlage im Netz rund um die Uhr einsatzbereit hält, besonders an eiskalten Wintertagen. Damit Sie nicht für eine theoretische Maximalleistung bezahlen, die im Alltag nie erreicht wird, berechnet die IBL diesen Preis auf Basis eines reduzierten, praxisnahen Nutzungsfaktors Ihrer installierten Heizungsanlage.

 

3 Grundpreis (CHF / Monat)

Dies ist die fixe Grundgebühr, die unabhängig vom tatsächlichen Gasverbrauch anfällt. Sie deckt die Kosten für die Aufrechterhaltung der Lieferbereitschaft sowie für Verteilung und Messung. Der Grundpreis wird pro Messpunkt erhoben.

So lesen und verstehen Sie Ihre Gasrechnung

Auf Ihrer Gasrechnung finden Sie verschiedene Angaben und Begriffe. Hier erklären wir Ihnen die wichtigsten Punkte einfach und verständlich.

1 Erdgas

Gemessener Verbrauch in der Abrechnungsperiode in Kubikmeter mit Umrechnung in Kilowattstunden (Kubikmeter x Faktor = Kilowattstunde)

2 Erdgas Haushalt und Kleingewerbe bis 100’000 kWh

Grundpreis für die Bereitstellung der Messung und der Aufrechterhaltung der Lieferbereitschaft.

Der Leistungspreis wird anhand der bei Ihnen installierten Anlagen festgelegt. Für die Sicherstellung der Lieferkapazitäten bei einer schweren Mangellage in der Erdgasversorgung hat der Bund eine Sicherstellungsabgabe für die Monate Oktober bis April in den Jahren 2024 bis 2026 verordnet.

Bei fehlender Ablesung im April (dies trifft bei der Quartalsablesung April bis Juni) wird der Anteil April anhand der Heizgradtage des HEV berechnet.

Zur CO₂-Reduktion hat das Parlament als Lenkungsabgabe die Einführung der sogenannten CO₂-Abgabe auf fossile Brennstoffe beschlossen.

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Was viele zum Gaspreis denken und was dahinter steckt

Im Schweizer Gasmarkt gibt es, anders als in der regulierten Strom-Grundversorgung – keine gesetzliche Pflicht, die Preise für ein volles Kalenderjahr starr zu fixieren. Da der Erd- und Biogasbedarf extrem saisonabhängig ist und fast ausschliesslich für das Heizen im Winter anfällt, passt die IBL die Preise quartalsweise an, wenn notwendig.

 

Wir geben die Preisschwankungen an den Energiebörsen nicht ungefiltert an Sie weiter. Durch eine strukturierte und gestaffelte Beschaffung im Voraus federn wir extreme Spitzen ab. Die vierteljährliche Preisanpassung gibt uns jedoch die nötige Flexibilität, um auf unvorhersehbare, temperaturabhängige Bedarfsschwankungen im Winter sowie auf Marktentwicklungen zeitnah und fair zu reagieren. Sinkende Einkaufspreise an den Handelsplätzen können wir auf diese Weise zudem viel schneller an Sie weitergegeben. Um Ihnen dennoch Planungssicherheit zu bieten, veröffentlichen wir für das gesamte folgende Jahr stets indikative Preise und setzen alles daran, diese so stabil wie möglich zu halten.

Nein. Die IBL verdient an steigenden Gaspreisen keinen einzigen Rappen zusätzlich. Wir kaufen das Gas an den internationalen Märkten ein und geben diese reinen Beschaffungskosten ohne künstliche Aufschläge oder versteckte Margen an unsere Kunden weiter. Das Ziel unserer Kalkulation ist eine solide Kostendeckung für den sicheren Betrieb des Netzes und den Einkauf der Energie – nicht die Gewinnmaximierung.

 

Steigende Marktpreise erhöhen im Gegenteil das finanzielle Risiko und den Kapitalbedarf (das sogenannte Umlaufvermögen) der IBL für den Gaseinkauf im Voraus. Dass wir an Krisen oder Preissteigerungen nicht mitverdienen, weisen wir in unseren jährlichen Geschäftsergebnissen transparent und lückenlos aus.

Im Schweizer Gasmarkt gibt es zwar keine präventiv regulierende Behörde wie die ElCom beim Strom. Dennoch agiert die IBL keineswegs in einem kontrollfreien Raum. Die Gaspreise unterliegen der nachträglichen, strengen Missbrauchskontrolle durch den eidgenössischen Preisüberwacher (PUE).

 

Um maximale Transparenz und Fairness zu garantieren, wendet die IBL für die Kalkulation der Netznutzungstarife konsequent das standardisierte NEMO-Modell (Netzentgeltmodell) der Schweizer Gasbranche an. Dieses Modell regelt mathematisch exakt und unmissverständlich, wie Netzkosten ermittelt und auf die Kunden verteilt werden dürfen. Es dient auch dem Preisüberwacher als offizielles und verbindliches Kontrollinstrument.

Den Leistungspreis haben Sie indirekt mit dem Einbau und der Dimensionierung Ihrer Gasheizung bestellt. Er stellt eine reine Bereitstellungsgebühr dar. Die IBL muss die Netzinfrastruktur (Leitungen, Druckregelanlagen, Speicherkapazitäten) das gesamte Jahr über so dimensionieren und betriebsbereit halten, dass Ihre Heizungsanlage selbst am allerkältesten Wintertag bei maximaler Beanspruchung sekundenschnell mit der vollen Leistung versorgt werden kann. Diese permanente Betriebsbereitschaft verursacht fixe Unterhaltskosten, unabhängig davon, wie viel Gas Sie tatsächlich verbrauchen.

 

Um die Kosten für Sie so fair wie möglich zu gestalten, verrechnet die IBL jedoch nicht die theoretische, maximale Anschlussleistung Ihrer Anlage. Stattdessen multiplizieren wir diese mit einem reduzierten, praxisnahen Nutzungsfaktor (z. B. 0.7), da Heizungen im realen Betrieb fast nie dauerhaft unter Volllast laufen. Sie bezahlen also nur für eine realistisch beanspruchte Bereitschaft.

 

Letztlich ja. Die tatsächlichen Kosten für den physischen Gaseinkauf, den sicheren Netzbetrieb und die gesetzlichen Abgaben müssen auf die Verbraucherinnen und Verbraucher aufgeteilt werden – das ist das fundamentale Prinzip jedes Infrastruktur- und Versorgungsunternehmens.

 

Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie unkontrollierten Preisen ausgeliefert sind. Das regulatorische System in der Schweiz sorgt dafür, dass keine ungerechtfertigten Gewinne erzielt werden können.

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