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Gasmarkt aktuell: Was die Lage für Sie bedeutet

Internationale Entwicklungen und tiefe Speicherstände sorgen derzeit für Bewegung an den Energiemärkten. Wir ordnen die Situation für Sie ein: Erfahren Sie hier alles zur Versorgungssicherheit und zur Preisentwicklung für das Jahr 2026.

 

zu den FAQ

Das wichtigste in Kürze

  • Saisonalität bringt Entlastung: Da die Heizperiode nun zu Ende geht, sinkt der tägliche Gasbedarf deutlich. Das entspannt die Versorgungslage trotz der aktuell tieferen Speicherstände in Europa.
  • Preise aktuell stabil: Dank unserer vorausschauenden Beschaffungsstrategie gehen wir derzeit nicht davon aus, dass wir wegen des Irankrieges die Gaspreise kurzfristig erhöhen müssen. Eine verlässliche Einschätzung ist aktuell bis etwas Herbst 2026 möglich. Eine Prognose darüber hinaus hängt vom weiteren Verlauf des Irankrieges ab und ist derzeitig schwierig.
  • Lage wird laufend beobachtet: Die Situation auf den Energiemärkten ist dynamisch. Wir verfolgen die Entwicklungen genau und informieren Sie, falls sich etwas ändert.

Was steckt hinter den aktuellen Entwicklungen?

Die Energiemärkte reagieren aktuell sensibel auf internationale Ereignisse, was kurzfristig zu Preisschwankungen und Unsicherheit führt. Für das Verständnis der aktuellen Lage sind dabei zwei Faktoren entscheidend, die direkt miteinander verknüpft sind:

Da Europa und die Schweiz vermehrt auf Flüssigerdgas (LNG) setzen, um unabhängig von russischem Pipeline-Gas zu sein, ist die Strasse von Hormus zu einer lebenswichtigen Schlagader für unsere Energieversorgung geworden. Ein erheblicher Teil des weltweiten LNG wird über diesen Seeweg transportiert. Der aktuelle Konflikt im Mittleren Osten betrifft genau diese Handelsroute. Die Märkte reagieren deshalb nervös auf mögliche Blockaden oder Verzögerungen in dieser Region.

Dies ist besonders kritisch, da zwar die Heizperiode nun endet, aber gleichzeitig die wichtige Phase der Speicherbefüllung für den kommenden Winter beginnt. Aufgrund der aktuell eher tiefen Füllstände in Europa (ca. 30 %) sind wir darauf angewiesen, dass über die Sommermonate kontinuierlich Gas – insbesondere LNG – nach Europa fliesst. Nur so können die Speicher für den Winter 2026/27 ausreichend gefüllt werden. Eine länger anhaltende Blockade der Handelsrouten könnte diesen Prozess erschweren und verteuern.

 

Was bedeutet das konkret für Sie als IBL-Kundin oder -Kunde?
  • Stabilität durch Weitsicht: Wir haben aus der vergangenen Energiekrise wichtige Lehren gezogen. Unsere Beschaffungsstrategie wurde daraufhin grundlegend angepasst und wird seither fortlaufend optimiert. Für die IBL ist entscheidend, dass wir unsere Energie frühzeitig und langfristig beschaffen.
  • Als regionale Energieversorgerin setzen wir auf eine verantwortungsvolle Planung: Ein grosser Teil der benötigten Energie wurde bereits vor den aktuellen Verwerfungen gesichert. Durch diese vorausschauende Beschaffung können wir kurzfristige Marktschwankungen effektiv abfedern und unseren Kundinnen und Kunden auch in einem dynamischen Umfeld ein hohes Mass an Stabilität bieten.

Wir beobachten die Situation weiterhin genau und informieren Sie, falls sich daran etwas ändert.

Häufige Fragen

Aktuell gehen wir nicht davon aus, dass wir die kurzfristig Gaspreise erhöhen müssen. Unsere langfristige Beschaffung schützt Sie vor den momentanen Preissprüngen an den Börsen. Wir beobachten die Situation jedoch genau, da die weitere Entwicklung von der Dauer und Intensität der internationalen Spannungen abhängt.

Das Gas für unsere Endkunden wird im Voraus eingekauft und beruht auf einer langfristigen Beschaffungsstrategie, die kurzfristige Ausschläge abfedern soll. Börsenpreise hingegen (z.B. Day Ahead) bilden die kurzfristige Marktlage ab.

Wir stehen im engen Austausch mit Branchenverbänden und beobachten die täglichen Preisentwicklungen an den Termin- und Spotmärkten sowie die physischen Gasflüsse nach Europa. Diese kontinuierliche Überwachung erlaubt es uns, Risiken frühzeitig zu erkennen und unsere Beschaffungsstrategie laufend zu optimieren.

Im Winter verbrauchen wir deutlich mehr Gas, als im Sommer. Um diese Schwankungen auf der internationalen Beschaffungsseite auszugleichen, müssen die europäischen Speicher im Sommer fast vollständig gefüllt werden. Wenn die Zufuhr (z.B. durch LNG-Engpässe) im Sommer gestört ist, steigen die Preise, weil der Markt befürchtet, dass im nächsten Winter nicht genug Gas in den Speichern vorhanden ist.

Der Konflikt findet weit weg statt, betrifft aber die Route von LNG-Tankern (Strasse von Hormus). Da die Schweiz ihr Gas über den europäischen Markt bezieht und dieser stark auf weltweite LNG-Lieferungen angewiesen ist, wirken sich Spannungen dort direkt auf die Grosshandelspreise in Europa aus.

Der Bund hat Massnahmen zur Versorgungssicherheit beschlossen, u. a.:

  • eine Pflicht zur Sicherung von Wintergasreserven in ausländischen Speichern (als vorsorgliche Massnahme)
  • die Kriseninterventionsorganisation KIO Gas, die im Auftrag des Bundes bei einer möglichen Mangellage die Energieversorger unterstützt
  • weitere Instrumente zur Absicherung der Gasversorgung.

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