«Wenn das Wasser fliesst, habe ich meinen Job gut gemacht.»
Hahnenburgerbringer – Jvan Emmenegger über seine Arbeit als Wasserwart bei der IBL
Ohne Wasser kein Leben. Wenn man mit anderen Weltgegenden vergleicht, haben wir in unserer Region diesbezüglich grosses Glück. Denn den Begriff «Wasserknappheit» kennen die meisten von uns höchstens vom Hörensagen. Als Selbstverständlichkeit sollten wir dies aber nicht betrachtet, findet Jvan Emmenegger.
Als Grundversorgerin ist die IBL – in Zusammenarbeit mit dem Gemeindeverband Wasserversorgung untere Langete (WUL) – verantwortlich dafür, dass stets genügend Wasser in einwandfreier Qualität aus dem Hahn kommt, damit der Bäcker seinen Teig anrühren kann, die Patienten beim Zahnarzt nach dem Bohren ihren Mund spülen können und die Feuerwehr im Ernstfall nicht vor trockenen Hydranten steht.
Deshalb sind Planung und Kommunikation ganz wichtig: Wenn wir eine alte Leitung ausbauen und durch eine neue ersetzen, wenn wir Reparaturarbeiten ausführen müssen, dann wird das den Betrieben, Geschäften und Haushaltungen frühzeitig mitgeteilt.
Und wir versuchen, Totalabschaltungen dank «minimalinvasiven Eingriffen» möglichst zu vermeiden, sind also dafür besorgt, dass stets zumindest ein wenig Wasser fliesst.
Ein Netz mit Geschichte
In meiner Funktion als Wasserwart bin ich so etwas wie ein «Facility Manager». Zusammen mit meinen Kolleginnen, Kollegen und dem WUL plane, steuere und bewirtschafte ich Anlagen und Infrastrukturen, die Wasser speichern und weiterleiten.
Mein beruflicher Alltag ist nicht selten eine Reise in die Vergangenheit.
Können Sie sich beispielsweise vorstellen, wie alt die Rohre sind, die Ihr Haus mit Wasser versorgen? Die können gut und gerne hundert Jahre auf dem rostigen Mantel haben. Ersetzen wir die rechtzeitig, schaffen wir Versorgungssicherheit für alle.
Wenn Quartiere wachsen
Das gilt auch hinsichtlich der Erschliessung neuer und zukünftiger Liegenschaften und Quartiere. Wo vor zwanzig Jahren ein einzelnes Haus stand, sind es heute zwanzig, in zehn Jahren vielleicht deren fünfzig.
Die alten Leitungen aber wurden ursprünglich höchstens auf den Bedarf von zehn Haushaltungen ausgelegt.
Also müssen wir grössere Rohre einbauen, solche mit einem Durchmesser von zwanzig statt der bisherigen zehn Zentimeter vielleicht. Gleichzeitig sorgen moderne Sparduschköpfe und Eco-Tasten dafür, dass der Verbrauch generell zurückgeht. Also darf der Durchmesser der Zuleitung wiederum nicht zu gross sein, weil sonst das Wasser zu langsam fliesst. Und das könnte fatale Folgen haben für die Qualität und Sauberkeit, für die wir bürgen. Manchmal, da kann man tatsächlich den Doktor machen mit dem Wasser!
Wenn ein Rohr bricht
Trotz aller Bemühungen, unser Netz konstant instand zu halten, kann es schon mal zu einem Wasserrohrbruch kommen.
Das ist unangenehm, logisch, ich persönlich möchte ja auch nicht frühmorgens frisch eingeseift in der Badewanne steckenbleiben, nur, weil da plötzlich kein Wasser mehr aus dem Duschschlauch kommt.
Also ist es unser Ziel, den Schaden so schnell wie möglich zu beheben. Das hat auch etwas mit Berufsehre zu tun. Bis ein Leck gefunden oder eine Notversorgung erstellt ist, kann es allerdings ein wenig dauern. In der Regel sind die Betroffenen aber einfach mal froh, wenn wir Troubleshooter von der IBL auftauchen, auch wenn wir den Schaden vielleicht nicht im Handumdrehen beheben können. Zu wissen, dass jetzt «öppis geit», beruhigt die Gemüter. Viele erkundigen sich dann ganz erleichtert: «weit dir es Kafi?» und merken erst an unserem Lächeln, dass das schwierig werden könnte – bei einem Wasserunterbruch.
Wasser – auch nach Feierabend
Ob nach einem Rohrbruch oder einer geplanten Leitungssanierung: Wenn das Wasser in unserem Versorgungsgebiet zuverlässig fliesst, dann habe ich meinen Job gut gemacht und ich kann meinen Tag als erfolgreich verbuchen.
Nach Feierabend widme ich mich dann gerne nebst der Familie einer meiner grossen Leidenschaften: Dem Tauchen oder der Feuerwehr – «Wasser marsch!».
Sie sehen: Ein Leben ohne Wasser, das ist für mich in mancherlei Hinsicht unvorstellbar.
Im Wasserreservoir mit Jvan Emmenegger
Ein Tipp von Jvan Emmenegger
Ob milchig-trübes Wasser aus dem Hahn auf einen harmlosen Lufteinschluss zurückzuführen ist, lässt sich leicht überprüfen. Füllen Sie zum Prüfen ein Glas mit Wasser, klärt es sich von unten nach oben hin, sind Luftblasen für die Trübung verantwortlich. Bleibt es verfärbt, Wasser laufen lassen, bis es wieder klar ist. Bei anhaltender Trübung Wasserversorger kontaktieren.
Das Wasserreservoir live erleben
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Häufige Fragen zur Trinkwasserversorgung in Langenthal
IDas Trinkwasser in Langenthal stammt zu rund 25 % aus Quellen – unter anderem aus der Gemeinde Madiswil – und zu etwa 75 % aus Grundwasser aus dem Gebiet «Hard».
mGrundwasser entsteht, wenn Regen- und Oberflächenwasser durch verschiedene Erdschichten versickert. Dabei wird es natürlich gefiltert und sammelt sich in unterirdischen Wasseradern und -speichern.
Das Grundwasser wird in Brunnen gefasst und mit Pumpen an die Oberfläche gefördert. Von dort gelangt es über das Leitungsnetz zu den Wasserreservoirs und weiter zu Haushalten und Betrieben.
Wasserreservoirs speichern das Trinkwasser und sorgen dafür, dass jederzeit genügend Wasser für Haushalte, Betriebe sowie für Brauch- und Löschwasser zur Verfügung steht.
Im Reservoir wird das Wasser gesammelt und über das natürliche Gefälle kontinuierlich ins Leitungsnetz eingespeist. So wird eine gleichmässige und zuverlässige Versorgung sichergestellt.
Das Trinkwasser wird durch natürliche Filterprozesse im Boden gereinigt und zusätzlich regelmässig kontrolliert. Wasserproben werden laufend entnommen und geprüft, damit die hohe Qualität jederzeit gewährleistet ist.
Das Hauptleitungsnetz der Trinkwasserversorgung in Langenthal ist rund 67 Kilometer lang. Zusätzlich kommen zahlreiche Hausanschlüsse hinzu, die das Wasser bis in die Gebäude bringen.
IBL Verantwortung im Oberaargau
Die IBL - Energie fürs Leben im Oberaargau
Erfahren Sie mehr über die IB Langenthal AG, unsere Aufgaben als regionale Energieversorgerin und wie wir Verantwortung für die Versorgung im Oberaargau übernehmen.
Arbeiten für die Energieversorgung
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