Der Langenthaler Weg zur Energiewende.
Jetzt handeln, für eine erneuerbare Zukunft: Mit dem geplanten Ausstieg aus der Gasversorgung ab 2040 setzt die IBL ein klares Zeichen für Klimaschutz und Verantwortung. Doch was steckt hinter diesem Entscheid? Im Gespräch mit Rudolf Heiniger, Direktor der IB Langenthal AG, erfahren Sie, warum der Gasausstieg weit mehr ist als nur ein technisches Projekt.
Herr Heiniger, warum ist der Ausstieg aus der Gasversorgung für Langenthal gerade jetzt ein so wichtiges Thema?
Rudolf Heiniger: Den Entscheid zum Ausstieg haben wir gemeinsam mit dem Gemeinderat der Stadt Langenthal getroffen. Für uns bedeutet das, die Energieversorgung aktiv und vorausschauend auf eine nachhaltige Zukunft auszurichten. Wir sehen es als unsere Aufgabe, die Klimaschutzziele der Stadt und die Erwartungen der Bevölkerung in eine tragfähige, erneuerbare Wärmeversorgung zu übersetzen.
Wir wollten nicht abwarten, sondern frühzeitig die Weichen stellen.
Was war der Auslöser für die strategische Neuausrichtung der IBL in Bezug auf die Wärmeversorgung?
Die Marktentwicklung zeigt, dass immer mehr Kundinnen und Kunden auf erneuerbare Heizsysteme umsteigen. Gleichzeitig verändern sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen und die technologische Entwicklung schreitet voran. Wir wollten nicht abwarten, sondern frühzeitig die Weichen stellen, damit wir als Unternehmen und als Stadt langfristig wettbewerbsfähig, klimafreundlich und wirtschaftlich stabil bleiben.
Welche Rolle spielen die Klimaschutzziele von Stadt, Kanton und Bund bei Ihrer Entscheidung?
Die Klimaschutzziele sind für uns der Rahmen, in dem wir handeln. Als 100-prozentige Tochterfirma der Stadt Langenthal setzen wir die politischen Vorgaben konsequent um. Unser Ziel ist es, mit dem Gasausstieg einen wesentlichen Beitrag zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung zu leisten und die Netto-Null-Ziele zu erreichen.
Ein Meilenstein auf dem Weg zu einer klimafreundlichen und sicheren Energieversorgung.
Warum ist der Ausstieg aus fossilen Energien für Langenthal mehr als nur eine technische Frage?
Selbstverständlich ist der Ausstieg aus der Gasversorgung technisch eine Herausforderung, die wir nun aktiv planerisch angehen. Darüber hinaus ist er aber wegweisend für die lokale Wirtschaft und betrifft auch alle Privatpersonen mit einem Gasanschluss. Wir als IBL sehen uns als Partner der Stadt und der Bevölkerung, um diesen Wandel gemeinsam zu gestalten.
Welche Vorteile bringt der frühzeitige Entscheid für die Bevölkerung und die Region?
Ein klarer und frühzeitiger Entscheid gibt allen Beteiligten Planungssicherheit. Niemand wird überrascht, alle haben genügend Zeit, sich auf die neue Situation einzustellen. Wir begleiten den Umstieg aktiv – mit Beratung, Information und individuellen Lösungen. So gestalten wir den Wandel gemeinsam und mit Verantwortung.
Es geht nicht nur um Technik, sondern um Verantwortung für die Zukunft.
Wie stellen Sie sicher, dass die Versorgungssicherheit auch nach dem Gasausstieg gewährleistet bleibt?
Die Gasversorgung bleibt bis 2040 vollumfänglich gesichert. Danach beginnt der schrittweise Ausstieg. Für industrielle Anwendungen bleibt Prozessgas auch über 2040 hinaus verfügbar, weil es heute noch keine praxistauglichen Alternativen gibt. Gleichzeitig behalten wir die Option offen, das verbleibende Hochdrucknetz später auf erneuerbare Gase umzustellen. Das schafft Flexibilität für die Zukunft.
Wie sieht Ihre Vision für die Energiezukunft von Langenthal aus?
Meine Vision ist, dass Langenthal Schritt für Schritt zu einer nachhaltigen, erneuerbaren Energieversorgung übergeht, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden. Wir wollen erneuerbare Energien gezielt ausbauen und Verantwortung für kommende Generationen übernehmen. Der Gasausstieg ist dabei ein wichtiger Meilenstein, aber genauso wichtig ist, dass wir die Menschen auf diesem Weg mitnehmen und gemeinsam Lösungen finden, die zu Langenthal passen.
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Hier erhalten Sie alle Informationen zum Gasausstieg ab 2040